Die häufigsten Krankheiten, die Rollrasen befallen, werden von Pilzen verursacht. Gemeinsam ist ihnen die Vorliebe für Feuchtigkeit, so dass sie häufig während Perioden hoher Luftfeuchtigkeit auftreten, gerne auch im Herbst, nach der Schneeschmelze oder Phasen anhaltend nasser Witterung. Oft lässt sich der Pilzbefall an Verfärbungen ausmachen, beispielsweise treten bei der so genannten Rotspitzigkeit (Corticium) zunächst kleine, rosafarbene Flecken auf, bevor das Mycel nadelig und kräftig rot nachwächst. Im Falle des Dollarschimmels (Scerotinia) und des Schneeschimmels (Fusarium) finden sich gelb-weiße Flecken, die sich ausbreiten.

Vermeidung & Bekämpfung

Einmal aufgetreten ist die Bekämpfung von Rasenkrankheiten schwierig bis unmöglich – für viele Pilze gibt es nach wie vor keine wirksamen Fungizide. Aus diesem Grund sollten vorausschauend Maßnahmen ergriffen werden, die eine Infektion verhindern oder erschweren. Dabei spielt die richtige Düngung eine entscheidende Rolle: Stickstoff-Düngung sollte nicht zu spät im Herbst ausgebracht werden, eine Unterversorgung, vor allem mit Kalium muss vermieden werden, insgesamt sollte die Nährstoffversorgung ausgewogen und nicht zu gering bemessen werden. Hilfreich ist außerdem die Vermeidung starker Feuchtigkeitsansammlung, beispielsweise durch leichtes Sanden des Bodens oder Drainage. Außerdem sollten dichte Filzschichten beseitigt werden, um die Bodendurchlüftung zu gewährleisten. Da verschiedene Rasenarten unterschiedlich empfindlich gegen Pilzarten sind, ist auch die Auswahl der richtigen Sorte wichtig.